Die Peking-Oper

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Die Peking-Oper
Wer unvorbereitet zum erstenmal eine Peking-Oper besucht, wird vermutlich überrascht sein, die Vorstellung befremdlich finden und wenig verstehen, vor allem wenn er eine Oper westlichen Stils erwartet hatte. Und das nicht nur, weil auf Chinesisch gesprochen und gesungen wurde und chinesische Instrumente erklangen. Bei der Peking-Oper sind dies beinahe gleichberechtigt Gesang, Dialog, Pantomime und Akrobatik. Die Anzahl der Stücke ist begrenzt, die Inhalte den Zuschauern bekannt. Die Charaktere sind Typen, also keine individualisierten Personen, die im Laufe des Stückes eine Entwicklung durchmachen oder in Konflikte gestürzt werden. Vergleichbar wären die Commedia dell'arte, die mittelalterlichen Mysterienspiele oder die englische Restaurationskomödie.

Doch was ist nun das spezifisch Chinesische daran? Zunächst einmal die An der Charaktere. Es gibt vier Grundtypen: sheng sind männliche Rollen, unterteilt in ältere Männer (lao sheng) und Jüngere (xiao sheng), andererseits in Zivilisten (wen sheng), wie Gelehrte. Beamte und andere Würdenträger, und Militärs (wu sheng). Die entsprechenden Frauenrollen heißen dan, früher nur und bis vor 30 Jahren noch hauptsächlich von Männern gespielt. Auch die Frauenrollen unterteilen sich noch einmal nach Alter und Würde, von der Königinmutter bis zur Magd. Die dritte Kategorie heißt jing und zeichnet sich vor allem durch die stark bemalten Gesichter aus. Dies können Kriegshelden, Abenteurer, aber auch übernatürliche Wesen von Tieren bis zu Feen sein. Schließlich folgen noch die Spaßmacher, die chou, oft Diener. Türsieher und andere einfache Leute, die selten Hauptrollen spielen, aber die Spannung lösen, dem Publikum Geheimnisse mitteilen und Jede Menge volkstümliche Kommentare abgeben.

Je nachdem, welche Rolle im Vordergrund steht, kann man die Stücke in Zivildramen (wenxi) und Militärstücke (wuxi) unterteilen. Bei den ersteren stehen Gesang und Dialog im Vordergrund, bei den letzteren die Akrobatik. Die Stücke sind oft Ausschnitte oder Zusammenfassungen klassischer Literatur, die aufgrund ihrer geringen Zahl und Typenhaftigkeit jedem Zuschauer bekannt ist, ein Teil der Erfahrung also.

In der Kulturrevolution (1966-76) wollte man natürlich auch die Oper revolutionieren, änderte nicht so viel an der Form, sondern schob ihr nur neue Stücke und Themen unter, die unter so klangvollen Namen liefen wie 'Die rote Signal Laterne’, oder ‘Mit taktischem Geschick den Tigerberg erobern' , angeblich von Mao Zedongs Ehefrau, Jiang Qing, einer ehemaligen Schauspielerin aus Shanghai.

Die Texte sind eine Kombination aus Dialog und Gesang. Die Sprache ist nur noch in ihrer Opernumgebung verständlich. Die Musik überbrückt Auf- und Abtritte, vermittelt Stimmungen und gibt vor allem den Rhythmus der Bewegungen und der Textinterpretation vor. Deshalb gibt es viele Rhythmusinstrumente wie Klappern, Trommeln. Becken und Gongs, ergänzt durch Melodieinstrumente wie die zweisaitigen Geigen erhu und huqin oder die chinesische Laute pipa und andere. Die Musiker sitzen auf der Bühne, oder seitlich in den Kulissen. Wanderbühnen ist eine Tradition. Deshalb ist eine Peking-Opern-Bühne bis heute weitgehend leer. Ein Stuhl mag einen Thron andeuten, in der nächsten Szene einen Berg. Als Requisiten müssen Kerzenleuchter (Nacht), ein paar Vasen (reiches Haus), eine Reitpeitsche (Pferd), Stöcke (Waffen), Fahnenträger(General) und ähnliches genügen.

Üppig sind hingegen die Kostüme (meist aus Seide) und die Masken, denn diese charakterisieren die Figuren. Und der erfahrene Opernbesucher wird sie sofort erkennen, den lao sheng an seinem Bart, die Prinzessin an ihrem Kopfschmuck, den Kaiser an seinem Gewand. Natürlich hat auch Jede Farbe ihre Bedeutung. Rot kennzeichnet einen loyalen, tapferen Charakter. Schwarz einen positiven, aber auch etwas groben und schroffen Typen, Blau ist eher negativ, denn es steht für Arroganz und Wildheit. Grün kennzeichnet Unbeständigkeit und ist die Farbe der Teufel. Grau steht für das Alter. Weiß für Jugend und Trauer, aber auch die Spaßmacher sind weiß um die Augen. Manche Charaktere verbinden Eigenschaften und tragen deshalb auch verschiedenfarbige Linien im Gesicht.

Wie die Kostüme, so sind auch die Bewegungen genau festgelegt. Jede Handbewegung, jede Körperhaltung, jede Fußstellung hat ihre genau festgelegte Bedeutung. Das Gegenstück zu dieser genauen Festlegung liegt in der Vielfältigkeit.

Redakteur: www.kaisertour.cn

 

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