Der Kaiserpalast

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Der Kaiserpalast
Nachdem die han-chinesische Ming-Dynastie die mongolische Yuan-Dynastie von der Macht vertrieben hatte, errichtete ihr erster Kaiser, Hongwu, seine Hauptstadt zunächst im südlichen Nanjing. Seinen vierten Sohn setzte er als Präfekten in der alten Yuan-Hauptstadt ein, seinen ältesten Enkel jedoch als Thronfolger. Als dieser 1398 als Kaiser Jianwen den Thron bestieg, fühlte sich der der älteren Generation angehörige Sohn übergangen und rüstete seine Truppen, mit denen er seinen Neffen vier Jahre später besiegte. 1402 bestieg er als Kaiser Yongleden Thron und verlegte 1406 die Hauptstadt wieder nach Peking. Dabei war es nicht seine Absicht, den im Norden noch Einfluß ausübenden Mongolen auszuweichen, sondern ihnen im Gegenteil bedrohlich näher zurücken.

Im Jahr 1407 erließ er ein Edikt zur Errichtung eines neuen Kaiserpalastes auf den Fundamenten des alten Yuan-Palastes. Nach den Vorbildern der Qin-, Tang- und Song-Dynastien sollte hier ein grandioses neues Machtzentrum entstehen. Für die Planung, Organisation der Arbeit und Beschaffung der Baumaterialien verstrichen zehn Jahre, während die tatsächliche Bauzeit nur drei Jahre betrug, von 1417 bis 1420. Allerdings standen dann nur die großen Repräsentationshallen und ungefähr die Hälfte der Wohn-, Verwaltungs- und Lagerhallen.

Schon fünf Monate nach der offiziellen Einweihung brannten die Drei Großen Hallen nieder, im folgenden Jahr auch die Haupthalle des Inneren Palasts. Damit begann eine endlose Geschichte von Bränden und Zerstörungen, Rekonstruktionen und Umbauten. Etwa alle fünf bis zehn Jahre wurde eines der bedeutenderen Gebäude, ausgelöst durch Blitzschläge, Feuerwerkskörper, Unfälle mit öfen oder Brandstiftung, ein Opfer der Flammen und später, oft erst nach mehreren Jahren, unverändert oder mit Korrekturen wieder aufgebaut.

Die Qing-Dynastie versuchte möglichst nahtlos an die Ming-Dynastie anzuknüpfen, so daß der grundlegende Aufbau des Palasts nicht verändert wurde. Es fanden allerdings zahllose aus giebige Renovierungen, Vergrößerungen, Umbauten und Zweckveränderungen statt. Ab der Wende in unser Jahrhundert ging den Qing jedoch langsam das Geld aus, und die Dynastie geriet in politische Schwierigkeiten. Die Anzahl der Eunuchen und des Personals wurde verringert, so daß auch weniger Gebäude genutzt wurden. Ab 1914 wurden einige Gebäude mit Einrichtungsgegenständen aus dem Palast als Museum vereinzelten Besuchern zugänglich gemacht. Zwei Jahre nach der Vertreibung des abgesetzten Kaisers Puyi durch die Nationalarmee (1924) wurde das Palastmuseum, wie der Kaiserpalast in China offiziell heißt, eröffnet. In der Folgezeit gab es zahlreiche Beschädigungen, Fehlnutzungen und die Errichtung von nicht stilgerechten Bauten.  Erst seit den achtziger Jahren bemüht man sich um eine Restaurierung nach alten Plänen und, zumindest annähernd, nach alter Bauweise, auch bei Gebäuden abseits der Hauptachse. Von der realen Bausubstanz der Ming-Dynastie dürfte nichts mehr erhalten sein. Auch die Namensgebung wurde in der Qing-Dynastie in vielen Fällen geändert.

Vor der japanischen Besatzung (1937) verpackte die Nationalregierung die wertvollsten Kunstobjekte in etwa 20 000 Kisten und schaffte sie nach Süden, wo sie noch mehrfach vor den vorrückenden japanischen Truppen in Sicherheit gebracht werden mußten. Durch den anschließenden Bürgerkrieg dauerte die Odyssee weiter an und endete für die besten Stücke auf der Insel Taiwan, wo sich heute im Nationalmuseum außerhalb Taibeis 4389 Bronzen, 23863 Porzellangegenstände, 13175 Gemälde, 14223 Kalligraphien, 4636 Jadeobjekte und 153094 wertvolle Bücher befinden. Etwa 100 000 Objekte sind noch in Nanjing und eine unbekannte Zahl in den Magazinen in Peking, einmal abgesehen von den zerstörten, verschwundenen und privatisierten. Im Palast ist also nur ein winziger Ausschnitt der Kunstgegenstände aus allen Dynastien zu sehen, die das Kaiserhaus gesammelt hatte, sowie der Gegenstände, die in den Palastwerkstätten zur Dekoration hergestellt wurden. Vor allem die eingebauten Möbel und die Thronsitze sind Kopien nach Fotos aus der späten Qing-Zeit.

Redakteur: www.kaisertour.cn

 

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